In Itzehoe ist die Auguste Viktoria Schule (AVS) eine der ersten Modelleinrichtung für Niederdeutsch in Schleswig-Holstein. Auf der Niederdeutsch-Messe am 19. März 2026 stellten sich u.a. weitere Modellschulen aus den Kreisen Stormarn, Herzogtum-Lauenburg, Neumünster, Lübeck und Plön im Landesteil Holstein vor, gaben Einblicke in ihre Arbeit – und auch der KulturBahnhof Viktoria Itzehoe war dabei. Seit vielen Jahren bereits gehört unser Medienzentrum als außerschulischer Lern- und Erlebnisort zur großen Familie der niederdeutschen Sprache in unserem Land. Hier wird platt geschnackt, Texte werden in unseren Studio eingesprochen, Hörspiele entwickelt, Podcasts produziert mit den Schüler*innen, Fortbildungen angeboten, virtuelle Erlebnisräume vor dem Greenscreen modelliert. Am 19. März waren die maßgeblichen Austeller*innen zu Gast in der AVS Itzehoe. Dabei u.a. das Ohnsorg-Theater aus Hamburg, die Plattdüütsch-Stiftung Slewig-Holsteen, der Heimatbund Steinburg und der Quickborn Verlag – die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, an Büchertischen zu stöbern und Materialien zu erwerben, Ideen für niederdeutsche Unterrichtsphasen mitzunehmen, an kurzen Mitmach-Aktionen teilzunehmen und sich über den Weg zur Modellschule Niederdeutsch zu informieren.
Im November 2022 fragte die Norddeutsche Rundschau: Wird Itzehoe eine Fairtrade-Stadt? Anlass war der Umzug des Weltladens in die heutigen Räume in der Kirchenstraße 7. Bisher ist aus dem Fairtrade-Label für unsere Stadt bekanntlich nichts geworden. Jetzt, dreieinhalb Jahre später, kommen Anne Zankel und Simone Landgraf vom Weltladen und der K9 KulturBahnhof zusammen, um ein gemeinsames Projekt zu realisieren – „FAIRbunden“ heißt es, und wer weiß, vielleicht geht es diesmal auch in Richtung der damaligen Diskussion. Vorbereitet ist ein offenes, partizipatives Kunst- und Kulturprojekt, das globale Themen wie Nachhaltigkeit, fairen Handel und weltweite Verflechtungen aus der Perspektive des Alltags erfahrbar macht. Woher kommen die Dinge, die wir nutzen? Welche globalen Beziehungen stecken in scheinbar lokalen Entscheidungen? Und wie lassen sich diese Zusammenhänge erzählen, sichtbar machen und gemeinsam reflektieren? In einem interaktiven Lern- und Erlebnisraum werden diese Themen gemeinsam mit den Teilnehmenden künstlerisch, medial und dialogisch verhandelt. Das Projekt setzt bewusst nicht auf belehrende Vermittlung, sondern auf co-kreative Beteiligung, Austausch auf Augenhöhe und eigene Ausdrucksformen. So entsteht ein lebendiger Kulturraum, der Teilhabe stärkt, globale Zusammenhänge lokal verankert, Medienkompetenz nachhaltig fördert und Raum für die Entstehung vieler kleiner, individueller Kunstwerke bietet. Demnächst mehr auf unserer Website zum Projekt.
(Foto: K9 KulturBahnhof Viktoria) (Foto: K9 KulturBahnhof Viktoria)
Endlich, der Wasserschaden (s. Eintrag 10.01.2026) in unserem Tonstudio konnte trotz erheblicher Baumaßnahme schneller als erwartet behoben werden. Das hört man gern, die Bahn als Vermieterin, Itzehoer Handwerksbetriebe und auch unsere Akteure machten das Hand-in-Hand möglich. Danke! Jetzt nur noch alles aus den restlichen Arbeitsräumen des KulturBahnhofs wieder an seinen angestammten Platz in unserem kleinen Akustik-Paradies bringen, neu verkabeln, Geräte bei Bedarf austauschen und installieren. Für die Wiederinbetriebnahme stehen schon die nächsten Projektakteure und Schulklassen in der Tür.
Über die Dauer des Projekts „Faktor K(ultur) im ländlichen Raum“ war der KulturBahnhof drei Jahre als Praxispartner dabei, die Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Kulturarbeit in ländlicher Region mit Beispielen aus der Praxis für die Forschung zu unterfüttern. Jetzt ist der Leitfaden fertig. Er versteht sich als Starterset und wurde erstellt vom Institut für Ländliche Strukturforschung e.V. an der Goethe-Universität in Frankfurt a. Main in Kooperation mit dem Institut für Archäologie und Kulturanthropologie an der Uni Bonn. Der Leitfaden basiert auf Ergebnissen des Forschungsprojekts „Akteursnetzwerke und multifunktionale Räume der Kunst-, Kultur- und Kreativarbeit in ländlichen Regionen (AmuRaKK). Diese wurden im Rahmen des Forschungsverbundes „Faktor K“ erhoben. Gefördert durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Der KulturBahnhof ist über drei Jahre einer von vier bundesweiten Praxispartnern des Projekts aktiv gewesen. Tipps, Erfahrungen und Checklisten für erfolgreiche Kulturinitiativen vor Ort aus dem Generationenbahnhof Erlau, dem Wasserschloss Reelkirchen, der Freiraumstation Homberg und dem KulturBahnhof Viktoria in Itzehoe.
Der K9 KulturBahnhof Viktoria (außerschulischer Lern-und Erlebnisraum) startet in Partnerschaft mit der Auguste Viktoria Schule Itzehoe und dem Kreismuseum Prinzeßhof ein niederdeutsches Projekt zum Werk von Johann Hinrich Fehrs. Akteure sind Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 5 + 6. Präsentation und Aufführung sind im Kreismuseum vorbereitet. Der Themenaufschlag bietet einen spielerischen Einstieg ins Niederdeutsche, veranschaulicht durch Medienprodukte wie Podcasts + StopMotion-Filme. Als thematische Vorlage dient eine Geschichte über Mobbing von Johann Hinrich Fehrs: Lütj Hinnerk - En plattdütsche Geschicht. Johann Hinrich Fehrs (1838-1916) lebte größtenteils in Itzehoe, war Lehrer an der AVS und zählt nach Klaus Groth und Fritz Reuter zu den Begründern der neuniederdeutschen Literatur des 19. Jahrhunderts. Sein Werk spielt bis heute eine herausragende Rolle in der Literatur niederdeutscher Sprache. Die Projektsprache ist komplett op Platt. Der Plot erzählt nachgestellte Schulsituationen von damals im Fehrs-Zimmer / Kreismuseum Prinzeßhof und vor dem Greenscreen. Historische Fakten werden VoiceOver von jungen Akteuren gesprochen. Reflektiert sind auch die „Irrtümer“ jener Zeit des ersten Weltkriegs und die nationalsozialistische Vereinnahmung von Fehrs Werk über 30 Jahre. Geschaffen wird ein neuer Lern- und Erlebnisort durch visuelle Modellierung von StopMotion und Canva, mit Playmobil-Figuren ebenso wie Real-Szenen. Zahlreiche Zwischentexte (auch Gedichte) sind zu historischen Fotos vorgetragen – alles in Niederdeutscher Sprache, auch der begleitende Podcast – erlebbar auf SocialMedia, im OK Westküste und auf der WebSite.
Mit seinem aktuellen Newsletter interessiert der Landeskulturverband Schleswig-Holstein die Leser für die Arbeit der Kulturknotenpunkte in Schleswig-Holstein. Von Aufbruchstimmung ist die Rede, zentrale Themen in Perspektiven und Weichen kommender Monate zu bringen. Da ist ein Kultur- und Kunststammtisch in Enge-Sande und Eckernförde angeboten, ein Barcamp für plattdeutsche Kulturarbeit in Leck, ein regionaler Kulturdialog in Segeberg, eine Fortbildungsreihe „Digital kreativ“ in Oldenburg, ein „Kulturpreis der Vielfalt“ für künstlerisch schaffende Menschen mit Handicap in Pinneberg sowie vielfältige Kreativimpulse für eine nachhaltige Gesellschaft in Bad Oldesloe. Wenig inhaltlich dagegen der neu besetzte Kulturknotenpunkt West mit dem Kulturhaus Wilster und dem Verein VHS Dithmarschen. Immerhin sehen beide auch hier in unserem ländlichen Raum sehr viel Potenzial. Vor diesem Hintergrund werden die Handynummern beider Verantwortlichen weitergegeben, falls Beratungsbedarf besteht und man sich erst einmal besser kennenlernen wolle. Was das wohl wird? Wir erinnern uns: Zweimal schon sollten die Geschicke des Kulturknotenpunktes West von den Volkshochschulen in Dithmarschen e.V. geregelt werden. Insgesamt 10 Jahre bemühtes "Gerumpel" zu Lasten der Kultur in Dithmarschen und Teilen Steinburgs. Sie konnten es nicht besser. Dann die Notbremse, die Volkshochschulen musste abdanken, der Kulturhof in Itzehoe durfte übernehmen, nur viel besser wurde das aufgrund zu geringer Unterstützung aus der Kulturszene dann auch nicht. Jetzt zum Jahreswechsel musste hier ebenso abgedankt werden. Alte Seilschaften wurden reaktiviert, alles wieder auf null, die VHS Dithmarschen stellt ganz frisch eine von zwei aktuellen Adressen für die neue Förderperiode der kommenden fünf Jahre. Dann wären es schon 15 an der Zahl. Und damit das mit der Kultur nicht wieder komplett verdaddelt wird, ist der VHS diesmal ein kultureller Pflegedienst mit Adresse im Kulturhaus Wilster zur Seite gestellt, wobei nicht ganz klar ist, wer in dieser Konstellation der eigentlich Betreuungsbedürftige ist. Wirklich keine glückliche Entscheidung dieser Vergabe im Landesministerium.
Schüler:innen setzen sich künstlerisch, spielerisch, medial und immer co-kreativ mit unterschiedlichen Aspekten der Vereinigten Staaten von Amerika auseinander. Gearbeitet wird im KulturBahnhof Viktoria, der außerschulische Lernort in Itzehoe mit Studio und technischer Vollausstattung in Bild und Ton. Kooperationspartnerin ist die Gemeinschaftsschule Klosterhof in Itzehoe. Ausgangspunkt ist die Idee einer virtuellen Reise durch verschiedene Regionen, Kulturen und Themenfelder der USA. Die jungen Akteure machen dies möglich mit eigenen Video- und Audioformaten, darunter Greenscreen-Szenen, Podcast-Beiträge sowie multimediale Präsentationen. Die Ergebnisse sind in einer interaktiven Gesamtpräsentation zusammengeführt, die im Rahmen eines multimedialen Abschlussformats vor Publikum gezeigt wird. Besonderheit: Mediale Realisation in englischer Sprache. Die Projektarbeit basiert auf kreativen, partizipativen und kollaborativen Methoden. Förderung von kreativem Ausdruck, Rollenspiel und visuellem Storytelling, Stärkung von Sprachkompetenz, Medienkompetenz, Präsentation, Förderung von Partizipation, Teamarbeit.
Teppiche pitschenass, Metallhocker angerostet, Laminatfußboden aufgequollen, Wasserränder auf den Holzmöbeln, Akustikzimmerdecke in Mitleidenschaft, gefüllte Auffangeimer in ganzen Raum - Wasser aus dem 2. OG der Bahner über unserem Studio. Tropf, Tropf - dies alles zwischen den Jahren. Und kein Handwerker für Reparaturen in Sicht. Pech und nochmal Pech – doch auch Glück gehabt, eingebaute Technik und Equipment gerettet. Jetzt alles sicher eingepackt - bis, ja bis Handwerker für die Reparaturen gesichtet sind ... Bald ist wieder alles hübsch.
Wir halten es auch in diesem noch jungen Jahr mit einem der großen Ideengeber für innovative Soziokultur – der Robert Bosch Stiftung. Es geht um die Werte für demokratisches Miteinander: Mut, Neugier, aktives Zuhören, Perspektivenwechsel, konstruktiver Umgang mit Meinungsverschiedenheiten und die Bereitschaft, andere Argumente auch mal stehen zu lassen sowie Kompromisse zu finden. Die Zivilgesellschaft sieht sich zunehmend Angriffen ausgesetzt, die in ihrer Intensität gesellschaftliche Verhältnisse zum Teil komplett auf den Kopf stellen oder sogar komplett in Frage stellen. So ist der Kontext umso bedeutsamer: Gesellschaftliches Engagement findet nicht außerhalb des politischen Raums statt – wir sind eng mit dem politischen Diskurs verbunden, besonders weil es ums Zusammenleben geht. Hier erkennen wir, wie wichtig eine tiefe Auseinandersetzung mit der Rolle der Zivilgesellschaft und ihrem Beitrag zur Demokratie ist. Es geht darum, die Demokratiemuskeln zu trainieren und zu erklären, was wir für selbstverständlich halten und neuerdings in der Kommunalpolitik wieder verspielen. Deshalb forcieren wir im KulturBahnhof dieses Jahr eine neugierige und ausführliche Debatte, um Grundlagen, Werte und konkrete Beiträge der Zivilgesellschaft sichtbar zu machen. Wir mischen uns ein!
Das Jahr des Pferdes lässt dynamische, energiegeladene, unternehmungslustige Stimmung mit schnellen Entscheidungen und Offenheit für Neues erwarten. Wir blicken entgegen auf engagierte und leidenschaftliche Arbeitszyklen mit typischen Herausforderungen von klaren Prioritäten, kompakter Gleichzeitigkeit und ja, auch ein wenig Ungeduld.