Lumen + Colours : Gesichter einer Stadt

Partizipatives Projekt der Medienkunst und Stadtgestaltung

Kulturstiftung des Bundes - Dive in : Programm für digitale Interaktionen

[ Visionäre Zukunft - virtuelle Projektion - digitale kulturelle Bildung ! ]

Aufgrund der Corona-Pandemie wird das partizipative Medienprojekt "Lumen+Colours"

nicht in Form einer definierten Veranstaltung durchgeführt. Stattdessen soll Lumen+Colours interessierte Bürger:innen zu einer kreativen Fassadengestaltung ihrer Stadt inspirieren - hier: die Fassade des Bahnhofs. Es besteht die Gelegenheit, sich über das interaktive Internetportal www.lumen-colours.city mit eigenen Bildern zu beteiligen und so ein Stück der gemeinsamen Stadt zu formen.  Ein Anspruch, den übrigens schon der Itzehoer Künstler Wenzel Hablik vor über 100 Jahren vertrat, der mit seinem Werk Teil dieser Stadt sein wollte. Deshalb projizieren wir zur Einstimmung an einem Wochenende seine Bilder exemplarisch auf die Bahnhofsfassade. Sämtliche Ergebnisse sind online auf dem Portal und auf unserem YouTube-Kanal zu verfolgen - ebenso die bereits verarbeiteten eingereichten Bilder der beteiligten Bürgerinnen und Bürger in Galerien zusammengefasst.

Aufgrund der erhöhten Corona bedingten Schutzauflagen pausieren lediglich aktuell die Live-Projektionen. Sie werden wieder aufgenommen, sobald das Pandemiegeschehen es wieder zulässt. Das Gesamtunternehmen Lumen+Colours hingegen läuft uneingeschränkt weiter. Die eingereichten Bilder sind  jetzt in Themen-Clustern und virtuellen Projektionsvorschauen umgesetzt. Lumen+Colours als vernetzter künstlerischer

Schauplatz wandelnder Bedingungen des Digitalen Zeitalters.

Das Projekt wird entwickelt im Rahmen von „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR.  Das Projekt ist ein Beitrag zur Stärkung von digitaler Medien- und Partizipationskompetenz mit künstlerischen Mitteln und Visionen zu einer beteiligungsorientierten Stadtgestaltung.

 

Umgesetzt wird das partizipative und offene Bürgerprojekt „Lumen + Colours“ - Gestaltung von Fassadenbildern, Text-Illuminationen und virtuellem ProjektionsMapping in direkter Beteiligung der Bürger*innen Itzehoes. Projektlaufzeit ist zunächst das komplette Jahr 2021 - Verlängerung nicht ausgeschlossen. Inhalt und Choreografie der Präsentationen entwickeln sich unmittelbar aus den Beteiligungen der Bürger*innen - dokumentiert und begleitet auf einem interaktiven Online-Portal, in einem Podcast und in StreamingSessions. Künstlerische Formate für Interaktion und Kommunikation sind beispielsweise in Botschaft und Form selbst geschaffene Text-Illumination, FassadenBilder oder Farb-Projektionen. Künstlerische und dokumentarische Bilder aus den Beständen der teilnehmenden Bürger*innen oder aus dem kulturellen Erbe der Region geben der Stadt temporär ein neues Gesicht. Projiziert wird im ersten Schritt aus dem gegenüber liegenden Kreishaus auf die Bahnhofsfassade, später umgekehrt auf das Kreishaus. Und über die Sommerzeit werden in einer spannenden Expedition weitere Gebäude der Stadt einbezogen, die in virtuellen Projektionen interessante künstlerische Ansichten erhalten. Nach einer technischen Testphase beginnt das Projekt am 19. Februar 2021 mit einer umfangreichen Projektionssession von Bildern und Zitaten Wenzel Habliks, Über den Projektverlauf informieren auf dieser Seite und auf dem Beteiligungsportal www.lumen-colours.city.

Schirmherr: Der Bürgervorsteher der Stadt Itzehoe, Dr. Markus Müller

Grußwort

 

Im vergangenen Jahr 2020 mussten wir aufgrund der Corona-Pandemie viele Bereiche unseres Lebens überdenken und neu organisieren. Dabei kamen auch Fragen auf, die unser stadtgesellschaftliches Zusammenwirken betreffen. Wie können wir gemeinschaftlich etwas gestalten, wie können wir zusammen kreativ sein, wenn die Pandemiebekämpfung von uns verlangt, dass wir Abstand zueinander halten und möglichst wenige Menschen treffen? Die Kulturstiftung des Bundes hat das „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ ins Leben gerufen, um Kulturinstitutionen dabei zu unterstützen, mit innovativen digitalen Dialog- und Austauschformaten auf die aktuelle Situation zu reagieren. Und genau das tut das vom KulturBahnhof Viktoria initiierte Projekt Lumen + Colours.

 

Lumen + Colours stellt den künstlerischen Ausdruck als Kommunikationsmittel in den Fokus und zeigt, wie auf diesem Weg Dialog entstehen kann. Jede und jeder von uns hat einen individuellen Blick auf unsere Stadt, findet andere Dinge schön oder verbesserungswürdig. Genau diese vielen unterschiedlichen Sichtweisen auf Itzehoe bringt Lumen + Colours zum Vorschein, indem es dabei vor allem die Kraft der Bilder nutzt. Was also sehen Itzehoerinnen und Itzehoer, wenn sie über ihre Stadt nachdenken? Die über eine Online-Plattform eingereichten Beiträge  erscheinen für alle sichtbar als eindrucksvolle Lichtprojektionen auf den Außenwänden des Bahnhofs. Dieser zentrale Ort, an dem viele Menschen täglich vorbeikommen, präsentiert sich im wahrsten Sinne des Wortes in einem neuen Licht und mit einem sich ständig verändernden Gesicht. Ich bin sicher, dass diese spannenden visuellen Eindrücke den einen oder anderen Gesprächsstoff liefern. So verbindet das Projekt gleichzeitig die digitale mit der analogen Welt.

 

Lumen + Colours ist ein Projekt von Bürgerinnen und Bürgern für Bürgerinnen und Bürger. Über die Lichtkunst  entscheidet keine Designagentur und kein Architekturbüro - die Projektionen  sind das Ergebnis der Teilhabe der Stadtgemeinschaft. Wer möchte, kann mitmachen. Das ist eine Botschaft, die auch außerhalb des Projektes für die Gestaltung unseres Zusammenlebens gilt.

 

Allen, die in die Welt aus Licht und Farben eintauchen, wünsche ich tolle Eindrücke und viel Spaß beim gemeinschaftlichen Gestalten. Ich freue mich auf vielfältige Beiträge und einen kreativen Dialog.

 

Ihr

Dr. Markus Müller

Realisation : Beschreibung

Beteiligung unter www.lumen-colours.city

Technische Probe 2.2.21

Transferkanal ist eine interaktive Multi-Channel-Kommunikation für Partizipation, Wissen und Vernetzung - entwickelt aus unserer Digitalen Strategie 2020. Augmented Reality – FassadenBilder, Projektions-Mapping und Text-Illuminationen überlagern auf der Wand mit dem Effekt einer visuellen Veränderung der Geometrie der bespielten Architektur. Navigationszentrale ist ein interaktives Portal für alle Beteiligten. Die Ausformung künstlerischer Formate für Interaktion und Kommunikation sind:

Technische Probe 2.2.21

Text-Illumination: Auf einer eigenen Facebook-Projektseite werden verschiedene Themen und Fragestellungen an die Community gerichtet und Statements gesammelt. Beispiele: Was ist die Stadt für dich? Dein Lieblingsplatz. Wie möchte ich zukünftig arbeiten? Die Community ist aufgefordert ihre Statements/Kommentare zu den verschiedenen Themen zu posten, die für die Projektion verarbeitet werden. Ausgewählte Kommentare werden collagiert und auf die Fassade projiziert.

 

Live ProjektionsMapping: Bürger*innen sind eingeladen, selbst zu Künstlern zu werden und die visuelle Gestaltung voranzutreiben. Digitale Mittel sind ein Tablet (Apple iPad) und eine App-Anwendung. Definierte Leuchtflächen kann der Benutzer direkt in der Projektion verändern und  ausgewählte Bereiche der Fassade effektvoll bespielen. Es können eigene Projektions-Punkte definiert werden und diese auf dem realen Objekt positioniert werden. Die ausgewählten Bereiche werden in der Projektion verschiedenfarbig gestaltet und animiert. Die künstlerischen Projektionen entstehen live vor Ort in zeitlicher Verabredung.

 

Technische Probe 2.2.21

FassadenBilder: Die Bürger*innen agieren interaktiv mit ihren Bildern als aktive Gestalter der Stadt. Anmeldung und aktive Beteiligung erfolgen via Double-Opt-In auf dem Projekt-Portal. Mit einem Klick hier der Upload - dort eine Vorschau, wie die Bilder auf eine ausgewählte Fassade projiziert aussehen - technisch eingebettet in einer browserbasierten App (mobil/web). Künstlerische und dokumentarische Bilder aus den Beständen der teilnehmenden Bürger*innen oder aus dem kulturellen Erbe der Region geben der Stadt temporär ein neues Gesicht.

 

Der initiierte Dialog über die verschiedenen digitalen Medien (App-Anwendung und Social Media Kanäle) erzeugt künstlerische Bilder. Interessant die Verbindung von Sinnlichkeit und digitalem Werkzeug. Ergebnis und Verfahren sind besonders medienwirksam und erzeugen hohe Aufmerksamkeit in Stadt und Region. Das Augmented Reality-Projekt löst beim Betrachter durch die Faszination von Licht, Farbe und die künstlerischen Bild-Projektionen besondere Emotionen aus, die zum Verweilen und Mitmachen einladen und das Interesse an den projizierten Inhalten weitertragen. Die Nachhaltigkeit des Projektes wird nicht nur an der Wirkung im städtischen Dialog Bürger/Politik gemessen, sondern auch über die begleitende Außenkommunikation im Netzwerk zu vergleichbaren Aktivitäten in anderen Städten und wird im Projekt- Zusammenhang über den künstlerischen Aspekt noch erweitert.

Technische Probe 2.2.21

Ziele: Im Verlauf des Projektzeitraums entwickelt sich ein digitaler Inkubator für Kulturarbeit, Kooperation und kulturelle Bildung in der Region. Die Umsetzung nachstehender Ziele ist umso dringlicher, da sich die Geschwindigkeit der Digitalisierung als Metaprozess gerade wegen der ‘digital natives’ beträchtlich erhöht hat. Ihr produktiver Umgang mit den neuen Netzwerkmedien beeinflusst die Wertschöpfungskette der Kultur- und Kreativszene nachhaltig. Entscheidend wird sein, wie wir mit diesem neuen Konsumentenverhalten umgehen. Operationelles Ziel ist die Stärkung von Beteiligungsmotivation und Empowerment durch Kompetenzvermittlung und künstlerische Intervention -  digitale aktive Nutzung des Netzwerks von innen wie außen. Partizipation und Vernetzung erhöhen die kulturelle Teilhabe möglichst vieler Menschen -  Podcasts, Videobeiträge, digitale Workshops, Web-Magazin, Soziale Netzwerke etc.  Wissen und CitizenScience stärken und festigen die Kulturelle Bildung durch eine praxisorientierte, projektbezogene und offene Interaktionsplattform: Kultur als formgebender Faktor für Stadtentwicklung.

Norddeutsche Rundschau 15. 01. 2021
Druckversion Druckversion | Sitemap
© K9 Koordination für regionale Kultur e.V.