Tag 5: SoundSculpture

Hand & Fuß & Kopf & Zahl

Haarige MiniMonster

Dieser Tag hat es noch einmal so richtig in sich. Herausforderungen wo und wann immer man damit nicht rechnet. Jedem ist klar vor Augen, was heute nicht "vollendet" wird, das wird auch später nichts mehr. Ganz klar, es darf keine Spielverderber geben. Locker werden, frei sein, Spaß haben - alles einen halben Meter über Normalnull - ohne die Haltung zu verlieren. Die Akteure gehen in die Luft und landen wieder vorzüglich am Boden, sie schnallen sich nicht an.

Die Projektakteure wissen ein Lied davon zu singen: Ewig rufen die schrillen Farben, auch wenn sie bereits unter Folienabdeckung liegen, weil sie schon mehrfach im Einsatz gewesen sind. Es gibt noch so viel zu ergänzen, "aufzuhübschen" und um die Ecke zu malen, um die mit leitender Farbe gezogenen Klangstraßen miteinander zu verbinden. Also noch ein letztes Mal ran an die drei großrahmigen Bildteile, die zusammen ein Ganzes ergeben und zum Klingen gebracht werden sollen.

Von Elfen und Feen handelt dieses Projekt nun wirklich nicht - aber mitgemacht haben dennoch einige dieser sanften Species. Auch für sie die Kardinalerkenntnis heute: Das gemeinsame Medien- und Kunstprodukt vervollständigen und finalisieren zu müssen (stets Ziel und Zeitdruck verinnerlicht)  kann so viel nerviger sein als die freie Betätigung mit Selbstzweck im künstlerischen Prozess zu Beginn des Projekts. Den Tonkünstlern und der Filmgruppe übrigens geht es nicht anders. Gemeinschaftlich auferlegte Disziplin macht alle gleich - und wie schön, wer nervt, darf trotzdem nicht nach Hause. Alles nur Spaß - nicht böse gemeint.

ProjektPoesie

Das Highlight in der Musikgruppe ist mit Sicherheit der große Output an selbst kreierten Klängen mit Potenzial für (Er)Schrecken und Überraschung. Aber noch mal eins oben drauf sind die Kompositionen ganzer Songs. Hier geht es richtig schräg zur Sache mit Titeln wie "Crazy Cowboy Einhorn Song" oder "SpaceChicken" oder "Blumenwiese" und "Ufos". Wirklich grenzenlos, in jeder Beziehung. Es gibt nicht einen Tongruppen-Akteur, der hier nicht aktiv wird. Nicht einer, der nicht sein (manchmal) erst jetzt erlerntes Instrument zum Klingen verdonnert - der nicht mit voller oder brüchiger Stimme als komödiantisches Pubertier durch die Songs rumpelt. Und dann gibt es noch die,  deren ureigene poetische Ader alle wieder besänftigen. Alles ist erlaubt.

Klangregister

Die Zuordnung von Bildmotiv und Klangerzeugnis ist am großen Bild gemeinschaftlich abgesegnet. Die Planung hat Hand und Fuß. Und damit das auch so bleibt, sind alle Klangereignisse und Songs aufgelistet und "elektronisch" sortiert. D.h. wir haben 3 Bilder, auf jedem Bild je 2 Soundkarten mit jeweils 12 Speicherkontakten. Wir haben alle mitgezählt: Es gilt insgesamt 72 Klangwerke zu ordnen und aufzuspielen. Dafür haben die Akteure eine Planungstabelle ausgefüllt.

SoundCards

Der Ordnungsplan der Projekttöne wird jetzt praktisch umgesetzt, indem Position für Position auf die Minispeicherkarten gespielt wird. Dies geschieht am Computer und dauert mit der notwendigen Sorgfalt ganz schön lange. Nach Fertigstellung kleben die 6 Minispeicherkarten zur Weiterverarbeitung in der richtigen Reihenfolge unter dem jeweiligen Bildnamen GRÜN - ROT - BLAU. Sieht am Ende ganz simpel aus, ist aber ganz viel Kopfarbeit. Es klingt super - wir haben es gleich am Computer - quasi "trocken" ohne Bild - ausprobiert. Jetzt muss alles "nur" noch aufv der Rückseite der Bilder verkabelt werden. Ein ziemlich großes "Nur", wie unschwer zu erkennen ist.

Jetzt ist es an der Zeit, Hand an die Töne zu legen. Hier haben wir Haralds und Dirks Greifer. Wie das geht, erklären uns unsere Teamer ganz anschaulich. Sie bauen und verkabeln auf der Rückseite des Bildes die Klangstraßen für die Sounds und Songs der Kiddies. Unerlässlich hierfür sind Konzentration und Orientierung. Den Überblick bewahren, das ist ganz wichtig, sonst klingt am Ende gar nix oder alles zusammen. Was wir brauchen ist jedoch der Impuls für jeweils einen Klang oder einen singulären Song bei einer sinnlichen Berührung.

Harald der Lötkolben

Für jedes Bildmotiv ein individuelles Klangereignis. So wie im großen Plenum aller Akteure beschlossen und örtlich zugeordnet. Damit das funktioniert, müssen Leitungen verlegt werden - da ist Harald unser Baumeister. Er ist zugleich Ingenieur und Wächter der ganz unterschiedlichen Nervenbahnen dieses einzigartigen Projekts.

Fast geschafft. Die Akteure haben alles gegeben. Verkabelte Töne, Monster in Farbe, gerahmte Poesie - alles raus aus den starren Vorgaben von Hören und Sehen. Der Projektprozess macht richtig flexibel. Alles eine Frage des Trainings. Ständiger Perspektivwechsel, auch schon mal ganz ohne Hilfestellung. Auditive und visuelle Welten sind von den Füßen auf den Kopf gestellt. Nicht immer ganz einfach - Ansichtssache für den einen, Übung für den anderen. Dennoch - auf dem Kopf stehen kann hier fast jeder. Großartig!

Tag 4: WechselBeziehungen

Laut & Luise

Gang Of Eight

Das Projekt entwickelt zunehmend sein eigenes Gesicht. Verantwortlich hierfür sind natürlich einzig die Akteure - auch wenn sie mal finster dreinschauen am sehr frühen Morgen. Alles okay - alles nur Spaß.  Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl prägen das Miteinander und zu einem Erfolgsfaktor für das gelingen unserer gemeinsamen und ehrgeizigen Projektziele. Und wir, die Projektbegleiter und Provider der Materialien für einen spannenden Projektverlauf, dürfen zufrieden feststellen, dass es wieder einmal gelingen wird, eine weitere qualitativ hochwertige Kulturmarke mit und aus der GMS in Meldorf zu schaffen. Innovationen querfeldein durch alle Projektgruppen. Dabei dürfen sich die Akteure an den Geräten wie Videokamera und Smartphone, wie Gimbal, iPad und digitales Aufnahmegerät für die Töne vollkommen frei ausprobieren. Wechselnde Besetzungen in den Arbeitsgruppen und Wechselbeziehungen zwischen den Akteuren und ihren Instrumenten sind keine Seltenheit.  Keine Vorschriften, nur der gemeinsam abgesteckte Verlauf der einzelnen Projektstufen. Die Ergebnisse, wozu übrigens auch die Bilder auf dieser WebSite gehören, sind durchweg gelungen und dokumentieren Experiment wie Kreativität aller Beteiligten.

Lia

Dieser Tag soll die künstlerische Gestaltung unserer Bilder finalisieren. Die Bildende Kunst muss heute fertig werden. Damit wird der Weg frei für die weiteren Soundbearbeitungen und technischen Installationen auf der Rückseite des Kunstwerkes am morgen Tag. Alles greift ineinander - also rüber in den Kunstraum, wo die Bilder auf ihre Vollendung warten. Training und Kondition bei den Akteuren stimmen, und einige verfügen über noch mehr Energie, wie hier Lia eindrucksvoll vor der Kamera demonstriert. 

Nach der großen Pause alle wieder im Musikraum, unserem Produktionszentrum für das große Plenum. Wir haben die fertigen Bilder zusammengefasst auf das WhiteBoard projiziert. Jetzt geht es darum, die Töne, die Sounds, die kleinen Songs, die die Musikgruppe hergestellt hat bzw. heute und am darauf folgenden Tag noch komponieren wird, auf die Bilder zu verteilen. Die einzelnen Motive auf den Bildern werden als Klang-Areale bestimmt und gleich gekennzeichnet. Schließlich geht es darum, die Sounds geschickt und mit Bedacht in der Fläche zu verteilen - das sind jeweils 2 Soundplatinen mit jeweils 12 Anschlüssen für die Klangstraßen auf 3 Bildflächen - das sind immerhin 72 Klangereignisse. Klar, das geht nicht ohne heiße Diskussion. Spannend!     

Virginia

Die letzten eineinhalb Stunden geht es noch einmal ins Studio.  Hier hat Dirk seine Klangkünstler versammelt. Die Aufgabe ist klar: Es fehlt noch der eine oder andere Song - vielleicht ein Monstersong oder etwas über einen Cowboy auf dem Einhorn oder ... nein, stopp, wir wollen nicht zuviel verraten.  Am Ende haben die Akteure während des Projektverlaufs über 50 kleine Soundereignisse von kurz bis superkurz und 5 ganze Songs, fast schon in Radiolänge, hergestellt.

Paula & Viginia

Es wird getextet und gerappt - irgendein Instrument spielt fast jeder - oder anders gesagt: irgendwie oder so ähnlich spielt jeder ein Instrument oder so ähnlich... Anregungen gibt es genug. Der Instrumentenfundus der GMS erweist sich dabei als wahres Inspirations-Paradies. Herausragend auch die Besetzungen. Getauscht wird reihum - Bassline und Voices sind dann weiblich. Cool!

Die Vielfalt des heutigen Tages kann sich blicken lassen. Ja, die Akteure sind in ihren vielfältigen Aktionen auch schon mal an die eine oder andere Grenze geraten. Macht gar nichts, solange alles beieinander bleibt und im kreativen Akt nichts verloren geht. Dafür haben wir die ganz Starken - sie stützen die Ergebnisse und halten sie so zusammen.

Tag 3: FantasieBilder

Motiv & Motivation

Janica Schmar, Klassenlehrerin

Voller Einrücke aus dem Vortage treffen die Akteure Morgen für Morgen um 7.50 Uhr wieder aufeinander - und das kann im Einzelfall schon hart sein, denn eigentlich ist ja unterrichtfreie Zeit. Doch die Grundeinstellung überwiegt, die große Aufgabe mit so viel Spaß wie möglich gemeinsam bewältigen zu wollen. Und wenn dann einige etwas müde ihren Einstieg finden, ist das auch okay. Um schnell wieder den richtigen Anschluss zum Vortag zu bekommen, haben wir uns darauf verständigt, zu Beginn eines neuen Tages das Vergangenen von gestern zu repetieren - und zwar mit Hilfe einer kleinen Präsentation. Dies ist ein Schnelldurchlauf von Fotos und bewegten Bildern. Das hat sich bewährt. So ist alles schnell wieder präsent und jeder sieht, was alles so angefallen ist.

Tag 3 der Projektumsetzung des Klingenden Bildes steht ganz im Zeichen der Vorbereitung und Ausgestaltung eben dieser drei Bilder, die zusammen in der Strecke von über 5 Metern ein gemeinsam zusammengesetztes Großbild ergeben sollen. Nachdem die drei Elemente in einer großen und farbintensiven Gemeinschaftsaktion sorgfältig grundiert wurden, geht es jetzt darum, die einzelnen kleinen Elemente auf die Bilder zu bringen. Hierfür haben die Akteure eine fantastische Welt mit Monstern, Phantasietieren und Blumen entworfen. Hierfür gibt es von jedem Einzelnen ganz individuelle "Vorstudien", deren Hinführung zum eigentlichen Bildmotiv manchmal auch mit ganz großer Anstrengung nicht gleich ersichtlich ist. Dennoch, die Ästhetik spricht für sich und der filigrane Ausdruck für eine liebevolle Botschaft scheint wirklich gelungen. Auf das Großbild hat es diese kleine geheimnisvolle Skizze dann aber doch nicht geschafft.

Bei der Themensuche für die Inhalte der einzelnen Bilder wird es noch einmal richtig laut und lebendig. Die Ideen sprudeln nur so durch den Raum direkt an das WhiteBoard. Dabei fest im Gedächtnis, dass das eine Bild ja eigentlich drei Bilder sind - die dann auch noch irgendwie zusammen passen müssen, wenn sie in eine Reihe gehängt werden. Die Motive für die Bilder sind schnell gefunden: Monster - Pflanzen - Phanatasietiere. Diese Auswahl lässt die Erwartung der Akteure an die gemeinschaftliche Projektarbeit weiter wachsen. Die Kreativität und Neugierde der Akteure festigt die eigene Motivation in ein verlässliches Projektverhalten - die Motive sind die Aktivierer des künstlerischen Prozesses.

Dann geht aber doch alles ganz schnell. Ran an die Farben - her mit den Einfällen - rauf auf das Bild. Auch wenn die Orientierung mal etwas aus dem Gleichgewicht kommt, mit Monika kann nichts schief gehen. Sie hat alles glasklar im Blick. Eine Künstlerin ist Monika, sie kann sich alles merken, was hier im Bild unsere kleinen Künstlerinnen aus ihrer Phantasie erschaffen. Und die Ruhe weg hat Monika auch noch, selbst als der Redakteur von der Meldorfer Zeitung kommt und beim begeisterten Begutachten der künstlerischen Werke tendenziell immer wieder im Weg steht. Das Bild in seinem ersten Abteil wächst unaufhörlich.

Fast fertig mit Bild Nummer 1 - das Blaue. Die Teilbilder 2 (das Rote) und 3 (das Grüne) "hängen" noch ein wenig hintendran. Hier wird noch gegrübelt,  um Ideen gerungen, die Umsetzung diskutiert und ausprobiert mit Pinsel und Fingern.

Tag 2: KulturKomplizen

ProjektPower & Performance

Tag 2 der Unternehmung „Klingendes Bild“ in der GMS Meldorf. 24 Kiddies in übergroßen Klamotten lassen von Anfang an keinen Zweifel daran, wie sie sich den Projektverlauf vorstellen. Und das Schöne ist, ihre Ansprüche decken sich voll und ganz mit den Unsrigen. Körperliches Umgehen mit Farben, ohne Rücksicht auf die Leinwand, bis zum Ellenbogen im Acryltopf – deshalb die besondere Kleidung. Alles in atemberaubender Rhythmik und Metrik zwischen Schrill bis Punk – nicht unüberlegt. Soweit zur angewandten Einstellung im Schöpfungsakt der Bildenden Kunst. Ist natürlich nur die eine Seite der Medaille. Drehen wir sie um, haben wir die andere Seite des Projekts – die Musik, die Sounds, ungestaltete Geräusche, eigene Songs und vor allem Performance. Ja, das Projekt lässt nicht produzieren, das Projekt lebt von der ureigenen Präsentation. Jeder Ton wird noch intensiver erlebbar in der gemeinschaftlichen Performance. Und wir wundern uns nicht, wie herrlich verrückt dies alles funktioniert. Endlich neben der Spur sein zu dürfen, ohne sich zu verlaufen. Die jungen Akteure laufen zur Höchstform auf, lassen sich gegenseitig nicht aus den Augen, trainieren gemeinsam ihre Kreativität, werden zu Projekt-Komplizen als gäbe es kein Ende mehr. Diese Lust auf Neues macht Spaß, ein herrlich verschworener Haufen, der den herkömmlichen Lernraum Schule auf den Kopf zu stellen vermag. Und jeder spürt, dass das von allen gewünscht ist – auch von der Klassenlehrerin und erst recht von der wunderbaren Schulleitung der GMS. Beide gehören ebenfalls zu den Komplizen, schließlich haben sie dieses Projekt mit dem nötigen Freiraum als außerunterrichtliches Projekt autark im regulär weiterlaufenden Schulbetrieb ausgestattet.

Die Bildstrecke beträgt 5,10 m !

Das Team Bild hat mit dem Abschleifen und Vorbereiten der Rahmenleisten und anschließend mit einer großen Spritz-Aktion begonnen. Die Grundfarben werden mit Stöcken auf die Platten aufgebracht - ein Riesenhappening. Dabei wird natürlich viel gekleckst und gespritzt. Obwohl der Fußboden ausgelegt und die Wände abgehängt sind, alle Akteure "Schutzkleidung" tragen, geht doch einiges daneben. Macht trotzdem Spaß. Alles nicht so schlimm. Eine größere Aufräum- und Säuberungsaktion hat alles gelöst. In der 2. Unit werden die Farben mit Händen und Pappstreifen verstrichen zu einer Fläche. Die drei Platten tragen jetzt drei unterschiedliche Grundierungen und treffen an den Kanten auf die gleiche Farbgebung, so dass eine Einheit durch die Aufhängung entstehen kann. Wir haben eine Bildstrecke von immerhin 5,10 m. In der letzten Stunde werden Zeichnungen als Vorlagen angefertigt, die nach der Trocknung auf das große Bild übertragen werden sollen.

Im Team Ton werden Sounds für das später klingende Bild aufgenommen und gesammlet. Es wird aber auch komponiert und getextet, es entstanden ein Rap und zwei kurze Songs. Geprobt wird so lange, bis die Songs aufgenommen werden können. Die Gruppe verändert sich mehrfach in der Zusammensetzung. Am Ende der letzten Stunde entsteht ein Song von zwei Jungen und zwei Mädchen, begleitet von Dirk an der Gitarre, die ihren Song zuletzt vor der ganzen Klasse vortragen. An Instrumenten Kommen zum Einsatz: Xylophone, Cajons, Gitarre, Bongos und Stimme. Morgen geht es weiter.

Das Team Making Of ist wieder in großer Besetzung unterwegs. Ihr Markenzeichen: Allerbeste  Laune! Ständig wechseln die Geräte ihre Anwender. Es ergeben sich dementsprechend vielschichtige Charakteristika der Bilder. Einerseits wird sehr genau dokumentiert, andererseits wird immer wieder auch künstlerisch experimentiert. Das ergibt 300 bis 400 Bilder pro Tag!

Tag 1: Unbekannte Projektwelten

WorkShop und Vorstellung des Projekts und des Teams

Unsere Teamer Dirk und Monika

Während des WorkShops bilden sich drei Arbeitsgruppen: Das Team für die Herstellung des Bildes (unsere Künstler), das Team für die Sounds und die Musik (auch unsere Künstler) und das Team für die Filmaufnahmen, das MakingOf (aber sowas von Künstler). Einführung in die Methode des Bare Conducive, Zusammenbau und Tests an sogenannten StarterKits in drei Gruppen.

Alle drei Gruppen haben den technischen Aufbau und die Anwendung verinnerlicht, teilweise wurde bereits experimentiert, aber auch die Empfindlichkeit der Mini-Computer und der Anschlüsse getestet. Ein vorgefertigtes Bild (ein abstraktes Farbenmeer) wurde von Monika, unserer Künstlerin, für die Einführung als Demonstrationsobjekt mitgebracht. Und die Malgruppe fertigte probeweise mit der leitenden Farbe zusätzliche Motive und Verbindungen für die Steckplätze auf dem Bild.

Parallel ist das Sound-Team mit Dirk ins Studio gegangen, um Töne aufzunehmen und zu gestalten. Das dritte Team ist mit allen digitalen Medien im Einsatz an allen Stellen präsent gewesen, die Geräte wurden von immer mehr Schülerinnen und Schülern getestet. Besonders schön: die Fluktuation und der Austausch zwischen den Teams in immer neuen Zusammensetzungen. Es wurden am ersten Tag bereits über 200 Fotos geschossen, reichlich Video-Aufnahmen hergestellt. Die Ton-Gruppe musste die eine oder andere Herausforderung an den Aufnahmegeräten bewältigen. Am Ende alles gut.  Es wurde von allen viel experimentiert und ausprobiert und bereits zu Projektbeginn sehr gutes Material zum Thema hergestellt.

Das erste Ziel - die Auflösung von starren sozialen Strukturen hinein in neue Gemeinschaften ist bereits mehr als "nur" im Ansatz vorhanden. Bemerkenswert am Rande: Eine neue Schülerin aus Syrien (Raweda) startet heute ihren ersten Schultag in Deutschland. Zunächst von Abeer (unsere Mitarbeiterin aus dem Libanon) intensiv begleitet, löst sie sich während des WorkShops bereits in ein Stück Selbstständigkeit, dokumentiert ihren Aktionskreis, macht Fotos und interagiert schnell mit und in den anderen Gruppen. Dieser Gemeinschaftssinn soll sich durchhalten durch die gesamte Produktion und durch die gemeinsamen Aufgaben täglich verstärken. Das wünschen wir uns.

Ein kleines Wunderwerk

 

Die Vorbereitung zum Projekt "VisualPlexus ! Das klingende Bild" nähert sich der Vollendung. Jetzt kann es endlich losgehen. Zuvor jedoch ein letzter Akt zur technischen "Verpackung": Die Platinen, das spätere "denkende Herzstück" im Kunstwerk, müssen für die spätere Installation am Bild sicher verpackt werden in einer schützenden Schale. Und die gibt es noch nicht. Die kann man nicht einfach so kaufen. Wir müssen uns selbst helfen. Das lässt Harald - unseren MasterMind für Konstruktion und Technik - natürlich nicht ruhen. Kurzerhand baut er die Schutzhüllen selbst - bzw. entwirft eine Vorlage für Konstruktion und veranlasst die Herstellung am 3-D-Drucker. Mühsam, mühsam, der Objektdruck dauert tatsächlich fast eine ganze Woche, denn wir brauchen insgesamt 5 Cases. Am Ende hat alles geklappt. Ein kleines Wunderwerk.

Wir sind jetzt bestens bestückt, alles Material beieinander für die anstehenden 10 tollen Tage mit der 6b in der Gemeinsschaftsschule Meldorf (GMS). Gemeinsam werden wir eine kleine Deutschland-Premiere herstellen - ja, so etwas gibt es bisher noch nicht - ein großformatiges Bild, das tatsächlich erklingt, wenn wir es berühren und mit unseren Händen erforschen. Ein Bild? Nein, drei klingende Bilder erstellen wir, das gehört sich so für einen Dreiklang. Insgesamt misst das Kunstwerk eine Länge von über 5 Metern! Expressionismus pur  in Form und Herstellung, knallbunt, eine Farbphantasie mit Motiven von Monstern, Pflanzen und Tieren. Das haben sich die Kiddies gewünscht, das können sie, wir wissen das, wir werden das erleben. Nicht ohne technischen Aufwand. Auch den überwinden die Akteure, legen erste Bedenken ab, überwinden vermeintliche technische Hürden, bewahren zu jeder Zeit den Respekt vor so viel "digitaler Transformation". So kann es gehen.

VisualPlexus - Das klingende Bild

Integratives Projekt der Medienkunst und Kultur

Projektbeschreibung

In den VivaMente-Projekten von K9 erproben und gestalten die Akteure ihre ganz alltäglichen Lebensumgebungen medial und künstlerisch neu. Es handelt sich um integrative und inklusive Kulturprojekte der Medienkunst. Erzählung und Hörspiel als auch die cineastische Auseinandersetzung mit dem Erlebten und der eigenen Befindlichkeit im schulischen und außerschulischen Lernraum sind methodisch bereits zur Projektanwendung gekommen. Weiterführend und künstlerisch komplexer ist jetzt das „Klingende Bild“ angelegt – sozusagen das Projekt VivaMente 3.0.

Symbolbild

Projektkulisse

Das Klingende Bild funktioniert so: Die Akteure malen mit einer Bildenden Künstlerin ganz konventionell ein großes Bild. Expressiv, bunt und schrill oder auch zart und farblich filigran oder doch ganz anders, was natürlich von den Akteuren selbst abhängt. Zielgruppe sind 20-30 Schüler*innen überwiegend aus dem 6. Jahrgang  der Gemeinschaftsschule Meldorf inkl. Förderschüler*innen. Sie stammen aus den Umlandgemeinden im ländlich geprägten Dithmarschen. Das Projekt findet außerunterrichtlich statt. Dem Projekt vorgeschaltet ist ein für alle Beteiligten obligatorischer Einführungsworkshop, der den Projektverlauf vorstellt und dazu dient, sich mit dem Touch Board und der Technik vertraut zu machen. Die Themenvielfalt selbst wird zu Beginn des Projekts mit den Teilnehmern entwickelt und abgestimmt. Sollen Tiere abgebildet werden, geht es nur um Farben, sollen Alltagsgegenstände hinzugezogen werden etc. Gleichzeitig entwickelt eine weitere Gruppe an Teilnehmern Klänge, kleine Kompositionen oder auch nur Geräusche. Bei der Entstehung des Bildes wird ein akustisches Leitsystem mit spezieller Farbe und/oder Kupferdraht implantiert. Diese Leitungen werden mit einem Computer über eine Schaltplatine mit den zuvor komponierten Klängen gespeist. Hörbar abgerufen werden diese Klänge dann durch Berühren und Druckkontakt der entsprechend präparierten Bildbereiche. Die Instrumente hierfür sind TouchBoards plus Electric Paints (leitende Farbe) - das Bild beginnt zu klingen. Der Projektverlauf wird dokumentiert auf einer DVD mit beiliegendem Booklet. Der Projektverlauf gestaltet sich in nachfolgenden  methodischen Bereichen • Vorbereitung & Einführung (Thema - Material - Technik) • Planen & Erfinden (Bild - Ton) • Produktion & Bearbeitung  (Kunstwerk - Konstruktion) • Korrepetieren & Dokumentieren (Lernen - Wissenstransfer) • Installation & Präsentation (Neues Werk – SoundSkulptur) • Performance & Dokumentation (Begleitung - Perspektiven).

Künstlerischer Prozess

Das Projekt „Das Klingende Bild“ sucht nach medialen Schnittstellen von Kunst aus beiden Welten - der auditiven und visuellen. Die Musik dockt beim Bild an, das Bild wird zur Verortung von Resonanz. Davor die große Gemeinschaftsaktion, das konkrete Ausgangsbild erst einmal farblich auf die Leinwand zu bringen. In einer Extragruppe stellen die Akteure Klänge, Geräusche und kleine Kompositionen her, die später in das akustisch-technische Gerüst des Bildes eingespeist werden. Jetzt erst schließt die Vervollständigung der Projektarbeit an -  die abgebildeten und komponierten Klänge/Musiken lassen im Zusammenspiel das Bild nachträglich erklingen. Es entsteht eine SoundSkulptur, ohne dabei die Musik und das Bild für sich aufzulösen. Die Akteure lassen eine neue Kategorie von Kunstwerk entstehen – nicht zuletzt durch die individuelle Anwendung hinterher. Das Bild klingt eben erst dann, wenn der Betrachter sich aktiv an ihm ausprobiert und bestimmte Bereiche des Bildes abtastet. Das  Bild ist plötzlich nicht mehr „nur“ Bild.

 

Projektziele

Förderung ganzheitlicher Wahrnehmung durch gleichzeitige Zugänge auditiver wie visueller Welten • Schöpfung eines neuen Kunsterlebnisses - Bilder können angehört und Klänge örtlich zugewiesen werden • Integrativer Gruppenprozess durch kreatives Arbeiten und künstlerischen Ausdruck • Entdeckung einer neuen Selbstwirksamkeit am künstlerischen Objekt • Nachhaltiges Projekterleben - SoundSkulptur ist dauerhaft an einem Ort der Zusammenkunft (hier: eine Schul-Cafeteria oder das Schul-Forum) zu erleben. Der Aufenthalt hier dient auch zur weiteren Präsentation im Schülerforschungszentrum.

Symbolbild

Projektphilosophie

Ein Bild dehnt sich mit seiner äußeren Materialität in die Fläche – die Musik dehnt sich mit ihrer akustischen Gestalt in die Zeit. Es geht um übergreifende Zusammenhänge und Bedingtheiten von Ton und Farbe. Dabei „verschweigt“ das Bild die Musik und doch klingt es im Bild aus unerwarteten Tiefen. Dies ist die neue Dimension der Wahrnehmung, die das Projekt aufschließt. Es gibt also etwas, was das Besondere dieser Begegnung mit Kunst ausmacht. Das Spannende dabei: Die Akteure begegnen sich selber auf eine unbekannte und neue Art. Das, was Töne und Farben bewirken können, das, was von ihnen ausgeht, verschmilzt miteinander hinter dem Sichtbaren und hinter dem Hörbaren. Nicht gemeint sind Fragen nach dem, wie die Musik wohl klingen mag, wenn wir das Bild betrachten, auf dem beispielsweise ein Mädchen singt, ein König Flöte spielt und eine Frau das Tamburin schlägt. Wir wollen nicht die Klänge hörbar machen, indem wir das ausprobieren, was das Bild uns zeigt. Das Projektvorhaben will auch nicht Bilder nach Tönen der Musik malen – mithin verfolgen wir keine Lautmalerei. Vielmehr belassen wir den schöpferischen Akt des bildnerischen Entstehens beim Bild selbst und die kompositorische Entstehung von Klängen bei der Musik als das originäre Medium - erst einmal!

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