Kulturraum Niederdeutsch

Soziokultur op Platt

Niedereutsch-Seminarraum in Gebrauch

Ein besonderer medienpädagogischer Schwerpunkt unserer Einrichtung gilt dem Niederdeutschen. Für die Soziokultur zweifelsohne ein überraschendes – weil ungewohntes Zusammenspiel - für uns im KulturBahnhof eine überaus spannende Angelegenheit mit total neuen Horizonten und Erfahrungen im außerschulischen Lernraum. Nachdem die Generation der Eltern in der Praxis des gesprochenen Niederdeutsch weitestgehend ausgeschaltet war, treten jetzt Kinder und Jugendliche in den Vordergrund, die einfach nur Lust haben, sich mit ihren Großeltern in ihrer regionalen Sprachfärbung verständigen zu wollen. Wir helfen dabei, haben eine intensive Partnerschaft zur Modellschule für Niederdeutsch, der Auguste-Viktoria-Schule Itzehoe, aufgebaut, ebenso zur Koordinationsstelle für Regional- und Minderheitensprachen in Schleswig-Holstein im Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie mit dem Referat für Niederdeutsch im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund.

 

Regionale Minderheitensprache

 

Niederdeutsch wird erst seit wenigen Jahren als Schulfach unterrichtet, nachdem die Sprache rapide an Bedeutung verlor und vom Aussterben bedroht war. Da die Weitergabe des Plattdeutschen als Muttersprache in den Elternhäusern inzwischen fast völlig abgerissen ist, wird heute die Schule als der Ort angesehen, an dem diese alte Sprache erhalten werden kann. Der Europarat hat 1992 die Sprachencharta zum Erhalt der regionalen und Minderheitensprachen gezeichnet, in Schleswig-Holstein ist sie inzwischen auch ratifiziert und Teil der Verfassung. Vor diesem Hintergrund hat sich K9 mit dem KulturBahnhof Viktoria als außerschulischer Lernort entschlossen, kontinuierlich in seinen medienpädagogischen Projekten der Kompetenzvermittlung zum Erhalt der niederdeutschen Kultur beizutragen, denn Niederdeutsch ist ein wichtiges Kulturgut. Für uns im KulturBahnhof eine überaus spannende Angelegenheit mit total neuen Horizonten und Erfahrungen im außerschulischen Lernraum.

 

Einst weit verbreitet

 

Früher war Plattdeutsch ganz groß in Schleswig-Holstein. Amtsleute, Bauern, Händler – fast alle sprachen und schrieben es. Dann wurde Hochdeutsch die Amtssprache, und man dachte mehr und mehr, Plattdeutsch sei nicht mehr gut genug. Man dachte sogar, Kinder würden es schwerer haben, Hochdeutsch zu lernen, wenn sie auch noch Plattdeutsch lernten. Heute wissen wir, dass das Gegenteil der Fall ist: Wenn Kinder mit mehreren Sprachen aufwachsen, fällt es ihnen in der Regel leichter, weitere Sprachen zu lernen. Plattdeutsch ist schön und aussagekräftig. Niederdeutsch wird erst seit wenigen Jahren als Schulfach unterrichtet. Dafür sind in Schleswig-Holstein Modellschulen eingerichtet – eine davon mit der Auguste-Viktoria-Schule in Itzehoe.

 

Neuer Kompetenzraum im KulturBahnhof

 

Mit der Niederdeutsch-Erweiterung seiner Angebotsstruktur hat sich der KulturBahnhof unter den soziokulturellen Zentren schnell ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, dessen intensive Beachtung zu unserer großen Freude nicht lange auf sich warten ließ. So durften wir gleich zu Beginn Aufnahmen aus Steinburg und Dithmarschen für den klingenden Sprachatlas niederdeutscher Dialektformen „Äsop op Platt“ beisteuern. Das ist ein internationales Projekt, initiiert durch den französischen Sprachwissenschaftler Philippe Boula de Mareuil und unterstützt durch die Niederdeutsche Abteilung der CAU Kiel. Hier werden Sprachkarten erstellt, auf denen man sich u.a. Proben verschiedener niederdeutscher Mundarten anhören kann. Als Grundlage dient die Äsop-Fabel „Nordwind und Sonne", die in plattdeutsche Ortsdialekte aus allen Regionen Schleswig-Holsteins übertragen und vorgelesen wird. (Kartierung und Einrichtung der Website https://atlas.limsi.fr/?tab=SH durch die CAU Kiel und Université Paris-Saclay & CNRS). Danach entwickelten sich schnell die jetzt bereits im zweiten Jahr gefestigten Partnerschaften mit der Modellschule für Niederdeutsch, der Auguste-Viktoria-Schule Itzehoe, ebenso mit der Koordinationsstelle für Regional- und Minderheitensprachen in Schleswig-Holstein im Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie mit dem Referat für Niederdeutsch im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund. Auf den hier angegliederten Seiten stellen wir die jeweiligen Projekte aus diesen Kooperationen im Einzelnen vor.

 

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