Kulturraum Itzehoe : Inside Hablik

Leben im Hablik-Künstlerhaus in der Itzehoer Talstraße

Das Hablik-Haus: Fassade vor der Umgestaltung 1932

 

Ab 1917 entwickelte sich in der Itzehoer Talstraße ein ganz besonderes Künstlerhaus. Aus der Überzeugung heraus, dass künstlerische Qualität für die Ausgestaltung aller Lebensbereiche Geltung habe, gestaltete Wenzel Hablik (1881-1934) zusammen mit seiner Frau Elisabeth Lindemann (1879-1960) das eigene Wohn- und Atelierhaus. Heute ist das Hablik-Haus in Itzehoe ein Ort voller einzigartiger Gegenstände, die alle ihre besondere Geschichte haben. Hier tauchen wir ein, denn nicht nur die offensichtlich beeindruckenden Werke des Künstlers sondern auch Möbelstücke, Lampen und andere Wohn-Accessoires haben etwas zu erzählen. Wir suchen in seinem ehemaligen Wohnhaus in der Talstraße nach Spuren von Besonderheiten aus dem Leben des Künstlers. Wir schreiben mit diesem Medien- und Kunstprojekt den Soundtrack zum Zauber- und Märchenhaus Nr. 14 in der Talstraße.

 

 

Wie in einem Zauber- und Märchenhaus

Im Gelben Salon: Eigentümer Peter Ott im Gespräch mit Carina Dylus, Projektsteuerung K9

Unser aktuelles Kultur- und Medienprojekt in der Stadt nennt sich in der Kopfzeile „Kulturraum Itzehoe“.  Seine konkrete Umsetzung im ersten Schritt ist „Inside Hablik“ betitelt und nimmt nahezu ein ganzes Jahr in Anspruch. Digitalisiert werden die Innenräume des Künstlerhauses Wenzel Habliks in der Talstraße 14, deren 360-Grad-Ansichten Geschichten aus dem Leben des Künstlers in Itzehoe erzählen. Hierfür wird ein „virtueller Raum“ erstellt, durch den die Besucher mit der Computermaus navigieren können und an besonderen Gegenständen innehalten. Hinter diesen aktiven Punkten öffnen sich verschiedene Fenster mit Darstellungen und Geschichten zu den einzelnen Gegenständen: z.B. seltene maritime Bilder oder der Toilettenstuhl des Hauses oder seltsame Momente aus dem Leben des Künstlers wie z.B. zum Dresscode der Itzehoer Society von damals oder zu seiner Schiffspassage nach Helgoland - alles authentische Ereignisse, wohinter sich größtenteils Amüsantes und immer Überraschendes verbirgt. Das Projekt „Inside Hablik“ sammelt Narrative zum Zauber- und Märchenhaus in der Talstraße und eröffnet geschärfte Perspektiven auf ein Künstlerleben.

        Den Soundtrack dazu liefert dieses           Medien-Kunst-Projekt

Thorben Schulz, unser 360º-Mann

Das künstlerische Storytelling und die dazugehörenden Vorlagen sind in ihrer Darbietung neu, meistenteils komisch und besonders schon deswegen, weil sie in kurzen Sequenzen (ca. 90 Sekunden) von Künstlerinnen und Künstlern mit Bezug zu Itzehoe und Umgebung performt werden. Das gab es in dieser Form noch nie. Gemeinsam mit den Projektakteuren wählen wir Original-Objekte im Haus aus und (re)konstruieren die dazugehörende Geschichte. Zu jedem ausgewählten Gegenstand bzw. zu jeder Geschichte werden regionale Künstler*innen aus allen Genres etwas beitragen. Und die Genres sind sehr weit gefasst, versprochen. Der Phantasie sind keine Grenzen n gesetzt. Alles ist möglich. Unsere Anfragen an die Künstler*innen wurden so zahlreich positiv beantwortet, dass wir mit dem zur Verfügung gestellten Material etliche weitere Projekte füllen können. Der Soundtrack wird fortgeschrieben, das ist sicher, sein Prinzip künftig übersetzt auf weitere Kulturräume unserer Stadt, wenn es dann heißen könnte „Inside Fehrs“ oder „Inside Alsen“ usw. Was uns daran besonders freut, ist die Aufgeschlossenheit der Itzehoer Bürgerinnen und Bürger. Sie sind stets offen, wenn es um kreative Projekt-Beteiligung und Mitwirkung an der Gestaltung ihrer Stadt geht. Itzehoes Stadtgesellschaft ist besonders aktiv beim Verfassen des Soundtracks unserer Stadt. Und ja, wir alle zusammen treffen uns in diesem Projekt-Format absolut auf der Höhe der Zeit: Unsere Welt ist reicher, umfangreicher, gestaltbarer, auch beherrschbarer geworden durch die Anwendung digitaler Instrumente. Ergebnisse und Entwicklungen von „Inside Hablik“ werden auf unserer WebSite veröffentlicht – ebenso die interaktive Plattform hierzu.

Quellen für das Storytelling

Zeitzeugin Ilse Dijkstra (95)

Geholfen haben uns die lebendigen Erinnerungen unserer Zeitzeugin Ilse Dijkstra (95) aus Itzehoe – sie verbrachte ihre Kindheit in der Talstraße und war gern gesehener Gast der Hablik-Familie. Dazu folgen wir den Original-Erzählungen der zweiten Hablik-Tochter Sibylle und schöpfen Geschichtliches aus dem Sammelband „Der Kunstwart“ von 1909. Gründer dieser Zeitschrift war der Literat und Verleger Ferdinand Avenarius (1856-1923). Auf Einladung von Avenarius wirkte Hablik 1907 zwei Monate in Kampen auf Sylt. Nach der Schiffspassage nach Helgoland kam es auf der Insel zu ersten Begegnungen zwischen Hablik und seinem späteren Itzehoer Mäzen Richard Biel und dem Landtagsabgeordneten Otto Lindemann, Habliks künftigem Schwiegervater.

Zu Gast bei Künstlern, Utopisten, Zauberern, Tänzern, Sängern, Köchen ...

Zwischen den Salons: Das grüne Zimmer
Elisabeth Lindemann um 1930

 

Jetzt geht’s rasant voran. InsideHablik entwickelt sich zum ultimativen Ideen-Verbraucher. Unsere Projektfrau Carina hat alle Hände voll zu tun. Ohne die grandiose Beteiligung aller Akteure nicht umsetzbar - wunderbar: Mit „InsideHablik“ spüren wir in einem umfassenden 360°-Szenario des Künstlerhauses in der Talstraße dem Schaffen aber auch dem Familienleben dieses besonderen und sonderbaren Künstlers Wenzel Hablik in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach. Es handelt sich dabei nicht etwa um museale Rundgänge, dafür haben wir die Profis im Wenzel-Hablik-Museum. Vielmehr entstehen durch die Phantasien der Akteure bisher noch nicht gekannte Narrative zu einem Künstlerleben.

Wenzel Hablik Selbstbildnis 1927

 

Ein riesiges Danke schonmal an dieser Stelle für die tolle Mitwirkung. Hinterlegt sind kurze Performances von Itzehoer und Norddeutschen Künstlern, die mit ihrem Vortrag Habliks Eigenarten verstärken oder kontrastieren. Lasst euch überraschen! Wir treffen viele bekannte Kreativköpfe unserer Stadt wieder. Neugierig? Am Ball bleiben hier. Ende September dann die Präsentation des Gesamtkunstwerks.

 

Mit freundlicher Unterstützung aus dem Förderprogramm "Neustart Kultur" der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Bundesverband Soziokultur e.V.

 

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