IntegrationsRaum Radio

- in  Kooperation mit der Brücke SH, dem Offenen Kanal Westküste und dem Jugendbüro der Stadt Itzehoe -

 

Musik - Medien - Inklusion

Das Projekt-Anliegen

 

Überwindung von Bildungsnachteilen durch psychische Beeinträchtigung und seelische Erkrankung: Jugendliche mit und ohne Handicap produzieren Beiträge, RadioSendungen und ein Hörspiel aus der Perspektive ihres Lebensumfelds.  Das Projekt fördert Sprach-, Medien- und Sozialkompetenz in einem KreativProzess zum eigenen MedienProdukt und stärkt das Selbstwirksamkeitsgefühl in der soziokulturellen Teilhabe. Daraus ergeben sich Perspektiven für zusätzliche und auch berufliche Beschäftigung.

Gelbe Musik & Blaue Monde

 

Als MedienProjekt sind wir mit einer ganz besondere Besatzung unterwegs. Auf diese Besonderheit wollen wir im Titel hinweisen und gleichzeitig neugierig machen.

 

Musik ist gelb, wenn sie einem gängigen Stil nicht eindeutig zuzuordnen ist und reich an Geräuschen erklingt. Klänge zwischen allen Stühlen sozusagen und auch schräg - wie vielleicht das Projekt selbst. Gelbe Musik sind "Zwischentöne". Das wird im Projektverlauf (neben der herkömmlichen Musik) eine Rolle spielen, wenn gemeinsam mit den Teilnehmern und externen Musikern und Geräuschemachern auch eigene Musik für die Sendungen und das Hörspiel produziert wird.

 

Und der Blaue Mond (Idiom: Once in a blue moon) ist als zweiter Vollmond ein ganz tolles und seltenes Schauspiel. So sehen wir auch unser gemeinsames Projekt. Zusammen machen wir zwar Radio nicht von einem anderen Stern, vielmehr aus einer anderen Perspektive, die in der Öffentlichkeit bisher noch unerhört ist.

Musik - Radio - Inklusion

Achtung:

(1) Öffentliche Auftaktveranstaltung am Montag, 20. Februar 2017, um 14.30 Uhr

im KulturBahnhof Viktoria.

(2) Cajon: Bau- und Spielworkshop am Dienstag, 28. Februar, ab 14.30 Uhr

 

Natürlich kostenfrei!

 

Integrationsszenario

 

Gelbe Musik & Blaue Monde bietet ein Integrationsszenario für Menschen mit seelischer Erkrankung und psychischer Beeinträchtigung. Im Zentrum steht das gestalterische Lernen von Menschen mit und ohne Handicap in einem sozialintegrativen und kreativen Prozess zu einem gemeinsamen Medienprodukt: Hörfunk und Hörspiel aus der Perspektive ihres Lebensumfelds. Es ist ein Projekt der Medienpädagogik, Medienkunst und Inklusion - ist aktive Kulturarbeit und inklusive kulturelle Bildung. Finaler Höhepunkt ein "geräuschvolles" Hörspiel, unterstützt von einem FoleyArtist (Geräuschemacher). Die Sendungen werden innerhalb eines selbstentworfenen Sendeplans ausgestrahlt. Die Medienarbeit orientiert sich stufenweise dokumentarisch - fiktional - experimentell - themenorientiert - publizistisch - gestalterisch (auch medienkritisch). Erste Schritte sind die technischen Einführungen (erstreckt sich über die gesamte Laufzeit) und der Aufbau einer Redaktion mit jungen Menschen mit und ohne Handicap. Gelernt wird fast beiläufig: Erzählen, Zuhören, Recherchieren, Formulieren, Argumentieren, Musik vorstellen, Nachrichten und Klänge erzeugen, Sprechtraining - bisweilen auch lautstark, aber immer nach Regeln und in Arbeitsabläufen eines gewöhnlichen Redaktionsalltags. Dabei werden alle bekannten Sendeformen ausprobiert: Interview, Nachricht, Bericht, Umfrage, Feature, Kulturbericht, Kommentar, Glosse, Moderation, Musik und Fiktion. Die Teilnehmer experimentieren mit Texten, Klängen, Geräuschen und Medien. Die Form einer Magazinsendung eignet sich für die Gestaltung einer Hörfunksendung besonders gut, da sie · sich nah an den Hörgewohnheiten der Teilnehmer bewegt · verschiedene Sendeformen und Inhalte erlaubt · einen großen Gestaltungsspielraum für verschiedene Interessen und Fähigkeiten der Teilnehmer lässt · es ermöglicht, in unterschiedlichen journalistischen Sendeformen zu arbeiten. Das Interview ist eine lebendige Grundform journalistischer Informationsbeschaffung (Recherche) und dürfte auf die Teilnehmer einen großen Reiz ausüben, weil ihnen diese Sendeform aufgrund ihrer Radioerfahrung bekannt ist und die Personen näher bringt, denen man schon immer mal begegnen will. Rechercheergebnisse und Themenideen werden auf den Redaktionssitzungen vorgestellt, in WorksShops aufbereitet und in StoryTelling, StoryBoard und Hitlisten erprobt. Hier wird auch thematisch eingegrenzt und für die Aufnahme der Sendungen und das Hörspiel vorbereitet. Am Ende die gemeinsamen Medienprodukte.

Aktive Kulturarbeit

 

Das Projekt ist ein Beispiel aktiver Kulturarbeit und Kreativitätstraining für Teilnehmer mit und ohne Handicap - löst gestalterisch und auditiv über den neuen Kommunikationsraum Radio Disparitäten der Außenwelt und leistet einen Beitrag zur inklusiven kulturellen Bildung in tatsächlich gelebter Inklusion und wiederkehrendem öffentlichen Gemeinschaftsauftritt. Kooperatives und kreatives Miteinander schafft sicheren Sozialraum und fördert kommunikative Kompetenz und handlungs- bzw. produktionsorientiertes Lernen. Das Produkt der wiederkehrenden Sendung und das Hörspiel, die Nähe in gemeinsamer Themenfindung und Einkleidung in künstlerische Ausdrucksform schafft Vertrauen und Vertrautheit in neu erworbener Mediensprache. Immer noch fehlt Zugang/Möglichkeit zu künstlerisch-kultureller Erfahrung, ein wichtiges Instrument demokratischen Dialogs. Dieses Projekt kann ein solches Instrument sein und fördert soziokulturelle Teilhabe durch das Entstehen eines eigenen Medienprodukts. Ein von Phantasie bestimmter Entwicklungsprozess in der Lernumgebung von Klang (Musik, Rhythmus, Gesang, Geräusch) und Wort (Gespräch, Geschichten, Dokumentation, Interview) - ganz besondere regionale Resonanzen mit Lerneffekten:

• Förderung des Miteinanders von Menschen mit/ohne Handicap in einem Kreativraum

• Förderung der Sprach-, Medien- und Sozialkompetenz in sozialintegrativem Prozess

• Förderung der Wahrnehmbarkeit "anderer" Positionen/Perspektiven und Selbstwirksamkeit im Lebensraum Stadt

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