Zukunft

Wie werde ich morgen gelebt haben, wenn ich heute die Weichen für oder gegen etwas stelle? Dies ist die Kernfrage unserer Zukunftswerkstatt im KulturBahnhof Viktoria. Stadt- und Zusammenleben in optimierter Gestaltung sozialer Interaktion zwischen allen Bürger und Bürgerinnen - hier geht es um unsere Stadt.  Uns gehört die Stadt! Ihre social benefits sind Innovation und Kultur. Ergänzend zu unseren praktisch ausgerichteten Werkstatt-Angeboten in der Viktoria (Holzbildhauerei, Plakatwerkstatt, Stadtradio) werden in einem ZukunftsLaboratorium Grundlagen, Beobachtungen und Ideen für die Entwicklung zu einer lebenswerten Stadt (unsere Stadt Itzehoe) diskutiert. Es geht beispielsweise um die Belebung öffentlicher Räume, um die Wahrung eines Stadtbildes, wozu gerade die alte Bausubstanz gehört (gegen die Abrissbirne!)  - oder Ideen zur Entwicklung wirksamer Illuminationsgestaltung von Stadtquartieren und Industriebauten - um Konzepte zur Nutzung von Fassaden als Projektionsflächen für künstlerischen Ausdruck und Meinung in der Region - zur Klangerfassung einer Stadt, zur ästhetischen Bildung - die Themen sind unerschöpflich ... bis der Kopf qualmt. Entworfen und diskutiert wird wöchenlich in den Gruppen und  auch öffentlich im ZukunftSalon - rechtzeitig angekündigte Veranstaltungstermine im Kulturbahnhof in unregelmäßigen Abständen. Mitmachen können alle, die sich einmischen wollen.

ZukunftsSalon

Die Diskussion im KulturBahnhof Viktoria zu Zukunftsthemen, die unsere Stadt bewegen könnten oder sollten, folgt der guten alten SalonTradition - d.h. die Grundstimmung ist die von Toleranz und Freundschaft in einem ideologiefreien DialogRaum. Unser ZukunftsSalon ist - zuweilen angereichert durch Kulinarik, Literatur und Musik - auch ein kleines Kunstwerk der Geselligkeit.

Unsere Stadt ist die zentrale Arena der regionalen Transformation zu einem guten Leben im Sinne von Zukunftstauglichkeit und Nachhaltigkeit. Wie handlungsfähig unsere Stadt tatsächlich ist, entscheidet der Beteiligungswille, in welchem Maß das Zusammenspiel der einzelnen Stadtgesellschaften und aktive Teilhabe der BürgerInnen zulässig ist. Im ZukunftsSalon wird darüber diskutiert. Leitbilder für unsere Stadt werden entwickelt - konzeptionell und immer konkret bildhaft. Hier könnten Grundlagen für wichtige Ankerpunkte für eine lebenswerte Umgebung in unserer Stadt geschaffen werden. Mitmachen, sich beteiligen -  klug beraten mit all denjenigen, denen die Stadtentwicklung ernsthaft am Herzen liegt. Vielleicht werden sogar Anstöße gegeben für eine institutionelle Verankerung von Beteiligungsmöglichkeiten in unserer Region.

TransitionStation

Klassische transformative Handlungsfelder sind: Umweltschutz, Gesundheit und Armutsbekämpfung. Aus der Analyse der Handlungsfelder entwickelt sich der Grad an Notwendigkeit einer Veränderung bestehender Tendenzen der Stadtentwicklung  - auch in unserer Kreisstadt. Dies betrifft die bauliche und räumliche Gestalt ebenso wie ihre Vernetzung - sowie die Infrastrukttur unserer Stadtgesellschaft und natürlich die Gebäude selbst. Wir reden über das Stadtbild.

• Welcher idealtypische Charakter wäre zutreffend für unsere Kreisstadt?

• Welche lokalspezifischen Faktoren beeinflussen ein gutes Leben in unserer Stadt?

• Welcher soziokulturelle Typus ist in unserer Region vorherrschend?

Unsere Stadt ist die TransformationsStation. In unserem ZukunftsSalon des KulturBahnhofs Viktoria betreiben hier eine kleine Aussichtsplattform für vergleichende Betrachtung soziokultureller Entwicklungsprozesse in unserer Lebensumgebung. Wir suchen die Chancen und Herausforderungen unterschiedlicher Kulturräume.

ZukunftsArchiv

Die Auszeichnung einer lebenswerten Stadt - gemessen an den Bedarfen ihrer BürgerInnen - findet sich im mehr oder weniger gelungenen Zusammenspiel ihrer sozialen und kulturellen Ausrichtungen. Zu Maß und Abwägung dieses Prozesses gibt es Geschichten, erdacht und erzählt durch die Herausforderung der moralischen und sozialen Intelligenz der Bürgerinnen und Bürger. Die soziale Bewegung lebt durch diese Geschichten, die wir festhalten wollen in unserem ZukunftsArchiv. Sie sind die qualitativ hochwertigen Alternativen zum Ausverkauf unserer Zukunft und beschreiben eine bessere Lebensumgebung. Wird durch sie noch eine Erweiterung der ökonomisch orientierten Daseinsfunktionen Wohnen, Arbeiten, Erholen und Verkehr vorangetrieben durch besondere Berücksichtigung  der Dimension Kultur, ist der Platz in unserem ZukunftsArchiv gesichert. Ein nach vorne gerichtetes Archiv in der Grammatik vollendeter Zukunft. Wie werde ich morgen gelebt haben, wenn ich heute die Weichen für oder gegen etwas stelle? Es handelt sich um ein Instrument der Kreativitätstechnik - nicht nur der SozioKultur. Lasst es uns ganz schnell weiter erzählen.

Zukunft

Zeitschrift SOZIOkultur 2-2019  zum Thema erschienen

Alle reden von Zukunft. Wir auch! Unsere Themen? CO2-freie Mobilität, bewusster Konsum und klimaneutrales Veranstalten. Wie sich soziokulturelle Zentren für die Zukunft aufstellen, zeigt die aktuelle Ausgabe der SOZIOkultur.

Für Davide Brocchi ist die zentrale Frage die des Umgangs mit Krisen. Nachhaltige Kulturarbeit solle dem sozialen Zusammenhalt dienen und das wirtschaftszentrierte Verständnis von Wachstum überwinden. Der Forscher und Transformationsmanager plädiert für einen Kulturwandel, wobei Kultur transversal die ganze Gesellschaft durchdringt.
Auch Corinna Vosse fragt: Darf es etwas weniger sein? Die Soziologin und Projektentwicklerin sieht die soziokulturellen Zentren in der Pflicht. Von ihnen sollte mehr Transformationsenergie ausgehen: um dem Wandel erst einmal Platz zu schaffen und ihm dann Gestalt zu geben.
Elke Flake legt den Schwerpunkt auf die Absicherung der Mitarbeiter*innen. Die Regional- und Kulturberaterin fordert eine bundesweite Kampagne für institutionelle Förderung der soziokulturellen Zentren. Vielerorts sei der Betrieb nur durch Selbstausbeutung der Mitarbeitenden gewährleistet. Ihnen drohe Altersarmut – ein Sprengsatz für die ganze Gesellschaft.
Auch vor Ort steht die Zukunft im Zentrum: Das Theaterkollektiv edgarundallan begegnet einer abgestumpften öffentlichen Wahrnehmung – durch sinnliche Erfahrungen. Die Brotfabrik in Frankfurt am Main erfasst das Mobilitätsverhalten der Besucher*innen – mit Alternativvorschlägen. Die Kufa Moabit kooperiert mit einem Ökostromanbieter – auch zum Nutzen der Kultur. In Karlsruhe untersuchen Studierende die Ausrichtung von Kulturbetrieben – mit konstruktiven Tipps.

„Nachhaltige Kulturarbeit“ war auch Thema des Fachtags der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren im März in Weimar. Das Spektrum reichte von Beschaffung über Mobilität, Logistik und Gastronomie bis zum Gebäudemanagement. Lena Kube stellte Kooperationsmodelle vor. Nicole Saile erläuterte Möglichkeiten des bewussten Konsums. Heiko Griebsch berechnete die Klimabilanz direkt anhand der Veranstaltung. Der Fachtag war Teil des Projekts „Jetzt. In Zukunft“, mit dem die Bundesvereinigung einen branchenspezifischen Nachhaltigkeitskodex für soziokulturelle Zentren entwickeln will. Dazu wurden in der aktuellen statistischen Umfrage erstmals spezifische Daten abgefragt. Christian Müller-Espey zeigt in der Bestandsaufnahme: Nachhaltigkeit ist Schwerpunkt bei der Gestaltung von Programmen und Prozessen in der Soziokultur. Es offenbaren sich aber auch deutliche Lücken. Sie zu schließen, wird den Bundesverband in den nächsten Jahren beschäftigen. Dazu ist auch die Politik gefragt.

 

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