CitizenScience - Eine besonders intensive Form der Beteiligung

Citizen Science bindet Menschen, die an Wissenschaft interessiert sind, in die Forschung ein. Das Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger steigt, auf dem Gebiet von Wissenschaft und Forschung mitzureden oder auf andere Art beteiligt zu werden. Längst ist es nicht mehr nur das Ziel der Wissenschaftskommunikation, der Öffentlichkeit komplexe Themen möglichst verständlich zu vermitteln. Entscheidend für eine erfolgreiche Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ist vielmehr ein ernst gemeinter und ernst genommener Dialog mit den BürgerInnen. Citizen Science ist eine besonders aktive Form der Beteiligung. Menschen reden nicht nur über Forschung und Transformation, sie machen bei konkreten Projekten mit. Forschungsort und Forschungsrahmen bietet auch der KulturBahnhof Viktoria in seiner soziokulturellen Arbeit für die Region.

Der Begriff "Transformation" denotiert einen gesellschaftlichen und kulturellen Wandlungstyp von unterschiedlicher Stärke und Radikalität – ein Wandel, der den Betroffenen ein Umdenken bisheriger Orientierungen abfordert. Das sozial-kulturelle Programm, das diese Orientierung möglich macht und formuliert, ist zugleich fordernd und doch formbar und befindet sich stets in prozessualer Veränderung, sich neu artikulieren zu müssen. Auch im KulturBahnhof und seinen Laboratorien wird ständig nach Instrumenten für die Überführung konkreter Ansprüche und Ideen in effiziente Realisierung gesucht - beispielsweise für die Stadt- und Regionalentwickelung - ganz konkret aus der soziokulturellen Arbeit für die Stadt. K|9 beteiligt sich an dieser Suche nach den Instrumenten zu Kreativitätstechniken in der Kommunikation - Wissenstransfer und Wissensbildung, um über die gestalterische Innovationskraft von Kunst und Kultur auf besondere Weise Image und Identität der Region zu begründen. Die bürgerschaftlich engagierten Akteure im KulturBahnhof folgen in ihrem Beteiligungswillen an gesellschaftlicher Gestaltung dem Denkmodell eines TraceLabs - "seeking for traces of the future in the present" - es wird nach in die Zukunft weisenden Spuren in der Gegenwart gesucht. Inspiration und Motor dieser Spurensuche stammen aus dem Prinzip des unterschätzten Wissens der Laien in der modernen Citizen Science Bewegung, die in den vergangenen Jahren einen enormen Aufschwung erlebt: wissenschaftliches Arbeiten, das durch die Unterstützung vieler Freiwilliger erst möglich wird.

 „Viele Augen, Ohren und Hände sehen, hören und tun mehr als die 500 000 hauptberuflichen Wissenschaftler, die es in Deutschland gibt“, sagt Johannes Vogel, Chef des Berliner Naturkundemuseums und Leiter der European Citizen Science Association. In zehn Jahren soll es an jeder Uni und jeder Forschungseinrichtung ein Büro für Bürgerwissenschaften geben, fordert er. K|9 im KulturBahnhof Viktoria ist TraceLab und zugleich offenes Büro der so beschriebenen Bürgerwissenschaften. Eingeladen ist jeder Interessierte, gemeinsam Ansätze, Visionen und Umsetzung einer auf Kultur basierten neuen Stadt- und Regionalentwicklung zu erforschen. Gesucht sind die jetzt schon gegenwärtigen Spuren, die sich in den Stand eines "Futurzwei" transformieren lassen.

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